Der Sanddorn

Sie kennen Sanddorn noch nicht?

Wenn das so ist ...

... dann geben wir Ihnen hiermit einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt des Sanddorns , oder auch altdeutsch

  • Sandbeere,
  • Seedorn,
  • Stranddorn,
  • Dünendorn.
genannt.


Er ist ein Ölweidengewächs mit einer ansehnlichen Geschichte, denn schon in der Mongolei verwendete man die Pflanze als Heilmittel für die Augen der Pferde.

Daher kommt auch der wissenschaftliche Gattungsname: Hippophae

hippos für Pferd und paos bedeutet Licht.

Der botanische Artname: Rhamnoides heißt soviel wie kreuzdornähnlich und bezieht sich auf den Strauch Kreuzdorn.

Hippophae rhamnoides ist also der lateinische Name für Sanddorn.

Und diese Namensgebung stammt wohl von seinem bevorzugten Wuchsort, nämlich den Dünengebieten an der See, oder auch unseren märkischen Sandböden im Havelland.

Typische Bestimmungsmerkmale sind an den Ästen die Dornen und die an eine Weide erinnernden Blätter, welche an der Unterseite silberweiße Behaarung fühlen lassen.

Die ganz unscheinbaren Blüten entdeckt man von März bis in den Mai und die ersten leuchtend orangefarbigen Beeren findet man je nach Sorte des Sanddorns ab Ende August bis in den späten Oktober. Zur Freude aller Vögel halten die Beeren aber stabil einen ganzen Winter am Ast.

Der nussartig schmeckende Samenkern, welcher ein sehr wertvolles Kernöl enthält, wird von einem weichen Fruchtfleisch eingeschlossen. Dieses beinhaltet ein nicht minderwertigeres Fruchtfleischöl. Die ganze Beere schmeckt dann zusammen sauer bis herb so etwa wie unser direkt gepresster Sanddornsaft.

Als Strauch wächst der Sanddorn bis zu 5m hoch und alle die selbst ernten wollen, sollten sich genauestens nach der Sorte erkundigen. Nicht unbedingt kleingartentauglich ist die Sorte

Ascola:
Mit dem höchstem Vitamin E Gehalt entstehen auch die höchsten Hecken(bis zu 5 Meter).
Frugana:
wird gute 4 Meter hoch, belohnt einen jedoch mit der zeitigsten Ernte.
Hergo:
hat den höchsten Ertrag bei durchschnittlichen Höhen bis zu 4 Metern
Leikora:
legt da noch einen guten Meter drauf, weil es die größten Früchte mit sehr viel Vitamin C hat,
Dorana:
ist wohl für Kleingärtner. Bei 1,50 m Höhe lassen sich die Beeren mit dem höchsten Vitamin C Gehalt am besten ernten und der Sanddorn sprießt nicht ganz so wild aus dem Boden.

Am besten gelingt es auf leichten, kargen gut luftdurchlässigen Böden mit neutralem bis schwach alkalischem pH - Wert, denn je nach Bodenart, bildet Sanddorn ein bis zwei Hauptwurzeln mit bis zu 2 Metern Tiefe und bildet ein flaches, fast 12 m im Umfang weitreichendes Wurzelsystem.
Über dieses System bindet er auch den Luftstickstoff und wandelt ihn für uns in viele kleine sehr brauchbare Vitamine um. Und da dieses Wurzelgeflecht nichts so leicht erschüttert, wird der Sanddorn als Küstenschutz vor Erosionen in den Dünen angebaut, oder zur Rekultivierung im Tagebau verwendet.

Da der Sanddorn zweihäusig ist, benötigt man ähnlich wie beim Menschen immer Männchen(Pollmix) und Weibchen. Dann braucht man viel Geduld, denn erst nach 3-5 Jahren zeigen sich erste Erfolge. Bis dahin genießen Sie doch einfach unsere leckeren Sanddornspezialitäten, die bringen Sie auf den richtigen Geschmack.

Der Ursprung der Pflanze liegt im asiatischen Raum, hier findet er in den endlosen Steppen beste Bedingungen. Selbst im Himalaya findet man noch Arten des Sanddorns in Höhenlagen bis zu 5000 m, allerdings dann nur noch als ca. 10 cm hoher Strauch mit Beeren, welche einen Anteil von 19 % Kernöl aufweisen können.
Seit der letzten Eiszeit ist der Sanddorn auch in Europa beheimatet, hier vorrangig im Nord- und Ostseeraum. Bei uns wächst er außerdem noch an Straßen, Autobahnen (hier lieber nicht ernten), an Flüssen, in Gärten und in Parkanlagen.

Plantagenmäßigen Anbau gibt es in den GUS-Staaten, der Mongolei, China und Deutschland.
Schauen Sie sich doch beim nächsten Ausflug ins Havelland eine unserer Plantagen an. Hier genießen Sie dann schon mal die saubere Luft.
Logo Grünstempel e.V.
Weit ab von Autobahnen und sonstigem Verkehr wird er nach ökologischen Richtlinien der EU angebaut.

Immer wieder stellt sich eine Frage: ...

Wie kann man Sanddorn ernten,
ohne dass die ganzen Beeren zerplatzen und
die Finger noch heil bleiben?

Also vorab, die Ernte ist ein verdammt aufwendiges, mühseliges Verfahren. Manch einer presst den Saft direkt vom Ast, auch „melken“ genannt. Allerdings kann man dabei mit hohen Verlusten an Mensch und Frucht rechnen und der allmählichen Verkümmerung des Strauches schon vorzeitig ins Auge sehen. Eine andere, nicht bessere Methode, ist das traditionelle Abschütteln oder Abstreifen. Hier werden Tücher unter den Busch gelegt und die Beeren dann mit Holzutensilien (keine metallischen Gegenstände!) vom Ast gelöst. Und andere kaufen gleich die Sanddornbeeren bei uns.

Wir schneiden die fruchtbehangenen Äste von Hand. Man muss schon genau aufpassen welche, da man eigentlich nur alle 2 Jahre ernten könnte. Dann werden die frischen Zweige in Großraumkisten gepackt und in unserem Kühlhaus bei minus 38°C schockgefrostet. Nach 3-4 Tagen werden die Beeren mit Hilfe einer Rüttelmaschine abgeschlagen, gereinigt und bis zum Verkauf tiefgefroren gelagert und je nach Bedarf von uns dann frisch weiterverarbeitet...deshalb auch „direkt gepresster Sanddornsaft“

Weil der Sanddorn ein riesiges Vitamindepot ist, haben wir Ihn „Zitrone des Nordens“ genannt. Ein Blick in unsere Vitaminfibel verdeutlicht die ganze Sache...

Wir können Ihnen nicht alle Einsatzgebiete des Sanddorns nennen, dazu gibt es schon wieder viel zu dicke Bücher. Hier nur die wichtigsten:
Sanddornöl wird äußerlich und innerlich, zur Begleittherapie bei Tumorbestrahlung angewendet. Es wurde z.B. auch bei der Reaktorkatastrophe im Gebiet von Tschernobyl bei Schäden an Haut und Schleimhaut eingesetzt. Auch bei Entzündungen und Geschwüren im Magen-Darm Bereich können Produkte auf Basis von Sanddorn helfen. Bei oraler Einnahme werden die Schleimhäute beruhigt und die überschüssige Bildung von Salzsäure reduziert (lindert Sodbrennen), außerdem kann durch die Resorption des Öles im Darm der Blut und Cholesterinspiegel gesenkt werden und durch die hochwirksame Kombination aus Vitamin C, E und Provitamin A wird er zum Antioxidans und Radikalenfänger und somit zur geballten Kraft für den Zellstoffwechsel.

Es gibt vielseitige Einsatzgebiete des Sanddorns in der Volksmedizin, mit erstaunlichen Resultaten, welche auch in der Schulmedizin immer mehr Beachtung finden.

Auf alle Fälle sollte man nichts unversucht lassen.......

Wichtiger Hinweis: Die vorgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert und wurden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Dennoch übernehmen wir keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus einer Anwendung oder Verwendung der Angaben entstehen. Unsere Informationen sind für Interessierte und zur Weiterbildung gedacht.
Quellenangaben:
vgl. Sylvia Luetjohann, Sanddorn "Starke Frucht und heilsames Öl", Aitrang, Windpferd Verlag, 2. Auflage, 2001
vgl. o.V. Sanddorn B12, online im Internet, URL http://www.megavitalshop.de, vom 08.04.2002
Bildnachweis : privat

© 2002 Christine Berger GmbH & Co. KG - AGB - Impressum - Kontakt
Zuletzt geändert: 2006-05-19 11:35